Will Google Twitter kaufen?
Posted by admin in Microblogging,Monetarisierung,Trends

© Nils Geylen
Microblogging boomt weiter und mittendrin steht der Platzhirsch Twitter. Doch auch weiter steigende Nutzerzahlen und viel Aufmerksamkeit in den verschiedenen Medien können ein grundlegendes Problem von Twitter nicht kaschieren. Es fehlt ein Monetarisierungsmodell!
Und wie immer wenn ein Trend erfolgreich ist, gibt es schnell Gerüchte über die Zukunft. Fehlt dann noch das nötige Geld, wird immer wieder gerne Google ins Rennen geschickt. Und so fragt Cem Basman heute: Google kauft Twitter?
Aus der Sicht von Google macht ein Kauf von Twitter sicher Sinn, gibt es doch einige Parallelen zum Kauf von YouTube. Auch das führende videoportal boomte und hatte genau wie Twitter Probleme bei der Monetarisierung.
Aus der Sicht von Twitter sieht die Sache etwas anders aus. Zwar könnte eine Übernahme durch Google Twitter auch langfristig das Überleben sichern, was momentan ja nur durch finanzielle Drittmittel möglich ist. Allerdings könnte der aktuelle Aufschwung auch für neue Vermarktungsmöglichkeiten genutzt werden, die dann einen Verkauf nicht mehr notwendig machen. Beispielsweise könnten "Corporate Accounts" etabliert werden, in dem twitternde Unternehmen für die Nutzung von Twitter zahlen müssten. Dass ein solches Modell erfolgreich sein könnte belegt das Beispiel von Dell, die nach eigenen Angaben Millionengewinne durch spezielle Angebote via Twitter-Account einfahren. Dass Twitter sich hier an den Gewinnen beteiligen möchte ist verständlich.
Leicht wird es nicht ein geeignetes Modell zu finden, dass von den Unternehmen auch angenommen wird. Dell jedenfalls liess schon mal verlauten, man würde sich nach anderen Möglichkeiten umschauen, sollte Twitter zu kompliziert oder zu teuer werden.
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Ich sehe jetzt nicht ein, warum die Parallelen zu YouTube ein Kaufgrund sein sollten. Denn bei YouTube hat man schliesslich bis jetzt noch kein Modell gefunden, welches wirklich Geld bringt.
Auf der anderen Seite sehe aber auch für Twitter alleine nicht wirklich Chancen zur Monetarisierung.
@Dani: Vielen Dank für Deinen Kommentar. Die Parallelen zu YouTube sehe ich auch weniger als Kaufgrund. Allerdings habe ich auch schon Stimmen gehört, die fragten: “Warum soll Google denn einen Dienst kaufen, der kein Geld verdient?”.
Und hier kann man dann auf die Parallelen zu YouTube verweisen, denn da war es auch egal, dass YouTube kein Geld einspielte und dies bis heute nicht geschafft hat.
Ich denke Google ging es damals darum in diesem Segment Marktführer zu werden, auch um keinen Konkurrenten heranwachsen zu lassen. Das könnte bei Twitter jetzt auch wieder passieren.
Ich glaube, dass Corporate Accounts bei Twitter Sinn machen. Twitter ist für Unternehmen hilfreich, die eine neurierige Internetgemeinde zu ihren Kunden zählen können. Über Twitter können diese Unternehmen über eine zentrale (!) Plattform ihre Beta-Interessierten Kunden mit den latest insight news langfristig ans Unternehmen binden und ein dynamisch, kundenorientertes Markenimage aufbauen. Weil die betafaszinierten Benutzer ihre “heißen” Infos gerne weitererzählen, hat Twitter gleichzeitig virale Effekte. Die Frage ist, ob Twitter einfach auf der eigenen Herstellerwebsite nachgebaut werden kann, wenn Twitter kostenpflichtig wird. Da hat Twitter den Vorteil, dass es als Marke bekannt ist, wogegen die Herstellerwebsite erst als Newsplattform bekannt werden müsste.
Letzte Frage ist, wie man CorporateAccounts durchsetzt. Will man jeden nach Unternehmen aussehenden Feed anrufen und unter Androhung der Löschung zum Bezahlen bewegen?
Monetarisierungspotential ist also da, aber auch umsetzbar?
Einen enormen Pluspunkt für Unternehmens-Twittering sehe ich vor allem in der Nähe zu den potentiellen Kunden. Hier haben Unternehmen die Chance in einen direkten Echtzeit-Dialog mit ihren bestehenden Kunden (Service & Support) oder mit den Kunden von morgen (Werbung, PR und Vertrauensaufbau) zu treten. Dell macht das ja schon ganz erfolgreich, aber es gibt hier sicherlich noch weiteres Potential.
@Jonas: Die Frage wie man CorporateAccounts durchsetzen kann, ist eigentlich recht einfach beantwortet. Die Twitter-API hat für einen wahren Boom bei der Entwicklung von Twitter-Anwendungen gesorgt. Gut so, denn dadurch wurde der Dienst erst richtig komfortabel (z.B. durch Tweetdeck). Allerdings kann Twitter darüber auch den Traffic analysieren und sieht genau, wer wo wie viele Zugriffe generiert. Da dürfte es nicht schwierig sein, meinen Twitter-Account (etwa 230 Follower) vom Dell-Account (100.000 Follower) zu unterscheiden.