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Live Shopping-Portale: früher ein Fall für Eduard Zimmermann
abgelegt im Archiv Trends von Falk Hedemann am 13.10.08
Vorsicht Falle! - Nepper, Schlepper, Bauernfänger. So nannte sich eine erfolgreiche Sendung im ZDF, in der Eduard Zimmermann (auch bekannt aus Aktenzeichen XY) vor Betrügern und ihren Methoden warnte. Leider gibt es die Sendung seit 2001 nicht mehr. Warum eigentlich? Gibt es denn keine Betrügereien mehr? Wohl kaum!
Sicher muss man den Begriff "Betrug" etwas weiter fassen, wenn man ihn mit den heutigen Live-Shopping-Portalen im Internet in Verbindung bringen will. Aber ich bin mir fast sicher: es wäre ein schönes Thema für Eduard gewesen.

Live Shopping-Portale: früher ein Fall für Eduard Zimmermann



Fall Nr.1: Swoopo

Bei Swoopo (früher auch unter dem Namen Telebid bekannt) geht nur der Puls hoch und der Preis runter. So zumindest heisst es im Slogan. Doch etwas näher betrachtet ist das Auktionsmodell fällt bald auf: es gibt mit dem Letztbietenden einen Gewinner und viele Verlierer. Moment - einen Gewinner? Nun tatsächlich sind es natürlich zwei, denn Swoopo selbst verdient ganz hervorragend! Wie u.a. Robert nachrechnet, kommt das Live-Shopping-Portal schnell zu schönen Gewinnen, da jeder Bieter pro Gebot 50 Cent zahlt, wovon 40 Cent allein von Swoopo beansprucht werden.

Fall Nr.2: Rabattschlacht

Will man beim Live-Shopping-Erlebnis Rabattschlacht teilnehmen, so wird man sein Geld noch schneller los - auch ganz ohne Chance auf einen Zuschlag. Hier geht es zunächst einmal darum Preise von gefragten Produkten "aufzudecken". Einmal Aufdecken kostet 90 Cent pro Minute (per Telefon 1 EUR, warum eigentlich?), danach ist der Preis wieder verdeckt. Jeder Teilnehmer reduziert den Preis um 50 Cent und jede aufgedeckte Minute knabbert nochmals 40 Cent ab. Für 10 Minuten gucken (nur gucken nicht anfassen!) ist man dann 9 EUR los und hat? Richtig - nichts! Wenn man freilich richtig Glück hat und schon beim ersten Aufdecken seinen Wunschpreis entdeckt, dann kann natürlich schnell zugreifen. Und vom gesparten Geld sollte man - bei der Glückssträhne - schnell mal einen Lottoschein ausfüllen. Geködert werden die potentiellen Rabattschlachter durch den "bisherigen Tiefstpreis" der Auktionsprodukte. Laut FAQ stellt der Tiefstpreis den günstigsten Preis dar, für den das Produkt in einer vorherigen Rabattschlacht verkauft wurde.

Fall Nr.3: Bietsau

"Schwein gehabt - Sie sind die Bietsau", so oder so ähnlich werden vermutlich die Gewinner bei dieser Rückwärtsauktion von ihrem Gewinn erfahren. Um mitspielen zu können muss man zunächst Saubids für 50 Cent/St. kaufen. Mit einem Saubid kann man dann ein Gebot abgeben und muss hoffen am Ende das niedrigste Gebot abgegeben zu haben, auf das keine andere Sau geboten hat. Nicht wirklich neu das System, aber sicher ein lukratives Geschäft für TeleTabs. Ein Unternehmen übrigens, dass ansonsten seine Geschäfte mit Partnervermittlung, Premium SMS und Telefon-Hotlines (0190, 0900) macht, wie Uwe Ramminger recherchiert hat.

Fazit:
Diese drei Beispiele sind beileibe nicht die einzigen Vertreter der Shopping 2.0-Welle. Normalerweise bin ich sehr aufgeschlossen was 2.0 angeht, aber beim Live-Shopping fällt mir das doch äußerst schwer. Von potentiellen Suchtgefahren über allzu große Gewinnspannen für die Veranstalter, von wenigen Gewinnern und sehr vielen Verlierern über viele kritische Stimmen zu Zahlungsmodalitäten. Es gibt einfach zu viele Faktoren die mich stören und über die man als gutgläubiger Nutzer stolpern könnte. Wer einen guten und fairen Preis sucht, sollte als Käufer ebay nicht links liegen lassen. Denn hier zahlt ein Käufer nur, wenn er auch etwas dafür bekommt.

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Tags: ShoppingPortale  Shopping  2.0  Auktionen  Rückwärtsauktionen  Swoopo  Rabattschlacht  Bietsau 
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