Interview mit Nico Zorn von produki
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Das Startup produki ist ein Wiki mit Tipps und Informationen zu Produkten. Hier bekommt man alle notwendigen Informationen vor allem zu Produkten aus dem Bereich IT-Technik & Software. Noch befindet sich produki in der Closed-Beta-Phase und es gibt noch die eine oder andere Baustelle. Umso schöner ist es, dass sich der Gründer Nico Zorn die Zeit für ein Interview genommen hat.

1) Ein Portal zu Tipps und Informationen zu Produkten in Form eines Wikis – wie muss man sich das genau vorstellen?
Eine Art Wikipedia nur für Produki, wo man gleichzeitig auch den Experten Fragen stellen kann und auf einen Blick alle Vor- und Nachteile vor der Kaufentscheidung einsehen kann. Letztendlich soll produki wie ein guter Freund sein, der sich in einem bestimmten Thema oder zu einem bestimmten Produkt gut auskennt und dem man vertraut.
Wir wollen das Problem lösen, dass in Foren oder Reviews unheimlich viele Informationen und Wissen steckt, dies aber nicht wirklich zugreifbar ist, weil vieles in endlosen Theads, genährt von Diskussionen und Animositäten versickert. Man versucht dann die wertvollen Beiträge als "sticky" zu markieren, was das Problem aber auch nicht konsequent löst.
Bei produki soll die wertvolle Essenz der Produktinfos zentral und unabhängig für jeden schnell zugreifbar sein.
2) Welche Produkte sind erwünscht, welcher eher nicht? Welche Kontrollmechanismen gibt es für unerwünschte Produkte und Spam?
Wir sind mit Konsumerelektronik gestartet, weil im Netz darüber viel diskutiert und recherchiert wird. Das ist der typische MP3-Player, die Digicam oder die Spielekonsole, jeweils Buzz-Produkte, Verkaufschlager aber auch longtail. Wir merken momentan aber, dass der Bedarf auch bei Software oder Webservices da ist, also immateriellen Produkten. Dort ist es etwas schwieriger da sich die Produkteigenschaften je nach Version und Release sehr ändern können. Letztendlich wollen wir alle Produkte abdecken die Konsumenten interessieren und bei denen sie am meisten von Informationen profitieren. Bislang fehlen beispieleweise Autos, auch gibt es bislang thematisch wenig Anreize für Frauen. In Zukunft werden wir aber die eine oder andere Produktkategorie über Special zusätzlich pushen.
Analog zu Wikipedia wollen wir viel von der Kontrolle auf die Community verlagen, d.h. wir bauen viel auf "Selbstheilungsmechanismen". Es ist geplant, dass es auf der Plattform Nutzer mit "Sondervollmachen" geben wird, z.B. zum Einfrieren oder Zurücksetzten von Texten, Freischalten von Bilderuploads, etc. Damit könnten Produkt-Gurus beispielsweise, wenn sie wollen, zu "Wächtern" des jeweiligen Produktes werden und somit mehr Verantwortung übernehmen. In einem weiteren Schritt werden wir zusätzlich intern auch Kapazitäten für die inhaltliche Qualitätskontrolle bereitstellen.
3) Wie werden die Hersteller der Produkte in den Prozess einbezogen? Gibt es schon konkrete Gespräche mit Unternehmen, die ihre Produkte bewerten lassen möchten?
Wir haben bisher knapp 400 Hersteller auf der Plattform gelistet. Natürlich würde es für einen Hersteller Sinn machen über einen Mitarbeiter die entsprechenden Inhalte zu kontrollieren. Dabei entsteht aber der Konflikt in Bezug auf die Unabhängigkeit auf unserer Seite. Wir planen aber Funktionen einzuführen, damit sich Mitarbeiter von Herstellern, für die übrigen Nutzer transparent, eine spezielle Rolle einnehmen und sich insbesondere bei Produktsupport professionell miteinbringen können.
Bislang gibt es aber noch keine konkreten Verhandlungen mit Herstellern, weil uns dazu momentan die Vertriebspower fehlt. Wir sind allerdings jederzeit dafür offen und freuen uns über Kontakt und Interesse.
4) Um sich in der heutigen Internetlandschaft dauerhaft zu etablieren braucht ein Startup mehr als nur eine gute Idee. Gerade Produki ist als Wiki auf möglichst viele und produktive Nutzer angewiesen. Wie wollt ihr diese auf euch aufmerksam machen?
Während der Closed Beta sind die meisten User aufgrund von Berichterstattungen in Blogs und Magazinen auf uns aufmerksam geworden. Natürlich haben wir auch auf Veranstaltungen (Webmontag, Next, Internet World Kongress etc.) mit vielen Leuten über die Idee gesprochen.
Die eigentlichen Marketing-Maßnahmen werden wir nach dem offiziellen Launch starten und neben Suchmamaschinenoptimierung, Sponsored Links und Kooperationen auf Pressearbeit setzen.
5) Wie wollt ihr euch von den zahlreichen Produktbewertungsportalen absetzen?
Preisvergleichs- und Reviewseiten wie Guenstiger.de oder Ciao.com decken den Pre-Sales Prozess ab, d.h. Nutzer suchen Produkte, lesen Reviews und finden den günstigsten Preis. Darüberhinaus gibt es keine Interaktion.
produki deckt zusätzlich den After-Sales Prozess ab, d.h. kümmert sich auch um Nutzer nach dem Kauf des Produktes. Sie können sich über Produkte austauschen und erhalten Antworten auf gestellte Fragen/Probleme zu Produkten. Auch können sich Nutzer Produkten zuordnen und damit ihrer emotionalen Bindung zu einem Produkt/Marke Ausdruck verleihen (Fan) oder sie finden gleichgesinnte Nutzer und können einsehen, welche Produkte Freunde und Verwandte besitzen.
Wir sehen in der Kominationen dieser verschiedenen Funktionalitäten einen echten Mehrwert gegenüber den Produktbewertungsportalen.
6) Wie sieht das Geschäftsmodell von Produki aus, wie wollt ihr Geld verdienen? Wird es auch irgendwann eine Shopanbindung geben, wie es YouTube aktuell mit Amazon und iTunes versucht?
Es wird ein Mix aus "klassischer" Onlinewerbung und Vermarktung, Mundpropaganda-Plattform und B2B Lizenzierung der Plattform sein.
Wir haben sehr früh gesehen, dass das Erlösmodel ausschließliche aus Onlinewerbung und Vermarktung sehr schwierig ist und in Deutschland bislang kaum profitabel funktioniert. Daher haben wir zusätzlich sehr interessante und vielversprechende Erlösquellen gefunden.
7) Bleibt Produki ein deutschsprachiges Startup? Und wäre ein Startup z.B. in den USA nicht allein schon wegen der Finanzierung attraktiver gewesen?
Zur Markteinführung wird es nur eine deutsche Version geben, auch weil unser Netzwerk hier ist. So verlockend die Internationalisierung auch ist, so bindet sie doch eine Menge Kapital- und Managementressourcen, die entsprechende Finanzierung bedingt. Da wir momentan noch komplett eigenfinanziert sind, fehlen uns dazu die Kapazitäten. Jedoch sind wir technisch darauf vorbereitet. Eine englischsprachige Version wäre der nächste Schritt, für den restlichen europäischen Markt lohnt die Lokalisierung möglicherweise nicht. Asien hat eine komplett andere Produktwelt, so das dort wenig Synergien in Bezug auf den Content genutzt werden könnten.
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Find ich gut!
Tolle Idee. Problem ist die Unterscheidung zwischen Produkt & Produktvariante und Problem sind auch destruktive oder frustrierte User..
Aber ich bin sich Nico wird auch dafür eine Lösung finden. Freue mich auf den Offiziellen Release!