1Sep
Interview mit David Dostal von gyn!de

Das Web 2.0 entdeckt langsam aber sicher auch die Frauen und Mädchen als Zielgruppe. Da überrascht es schon fast ein Unternehmen mit zwölfjähriger Marktpräsenz zu finden. Das heutige Interview führte ich mit David Dostal, dessen Vater die Plattform gyn!de gegründet hat.

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1) Was genau ist gyn!de, was macht ihr und wer benutzt die Plattform?

gyn!de ist eine Plattform für Frauen und Mädchen. Das Portal basiert auf einem medizinischen Fundament, d.h. bei uns können sich die Userinnen über alle Themen rund um die Frau informieren und sich untereinander austauschen. Der Gynäkologe, daher auch der Name gyn!de, ist der wichtigste Arzt einer Frau.

Unser Alleinstellungsmerkmal zu all den anderen Frauenseiten und Communities ist genau die eben beschriebene Tatsache: wir bieten redaktionell recherchierte, medizinische und psychologische Inhalte. Mein Vater ist Frauenarzt, er ist der Themenscout für gyn!de, da er exakt weiss welche Themen momentan aktuell sind. Da die Gynäkologie Mädchen und Frauen allen Alters betrifft, sind auch unsere Userinnen in allen Altersstufen.

Die Plattform ist in zwei Bereiche geteilt, in eine Social Community und ein Magazin. Hier können die Userinnen Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen, strittige Fragen diskutieren, Kontakte knüpfen oder auch Rat und Hilfe geben und finden. Im Magazin werden medizinische, psychologische aber auch soziale Fragen behandelt die für Frauen interessant sind. Jeder Lebensbereich der Frau ist enthalten: Ernährung, Wellness, ästhetische Operationen, Sexualität, Schwangerschaft und Wechseljahre. Die Inhalte reichen von der ersten gynäkologischen Untersuchung über häufige Frauenkrankheiten wie z.B. Brustkrebs oder Operationen wie Fett absaugen bis hin zu Informationen über die Veränderung der Psyche in den Wechseljahren.

2) Das Web 2.0 bedeutet für Startups Chance und Risiko zugleich. Viele Startups schaffen es nicht über die Gründungsphase hinaus. Was hat Dich dazu bewogen dennoch diesen Schritt zu wagen?

gyn!de besteht per heute seit 12 Jahren. Wir haben schon lange Erfolg mit der Seite was uns auch unsere treuen Userinnen bestätigen, die teilweise schon seit 5 Jahren auf der Seite aktiv sind. Für gyn!de wurde eine eigene Firma gegründet und Fachpersonal eingestellt, das für die weitere Entwicklung und Professionalisierung zuständig ist. Ausserdem haben wir den erfolgreichen Schweizer Frühphaseninvestor Centralway mit an Board.

3) Speziell auf Frauen und Mädchen ausgerichtete Angebote sind auch heute noch eher die Ausnahme. Was macht den Erfolg von gyn!de aus?

Das stimmt, jedoch liest man immer häufiger von neuen Frauencommunities die momentan aus dem Boden spriessen. Vor allem Medienhäuser haben erkannt, dass dies eine interessante Zielgruppe ist. Ich bin von gyn!de voll überzeugt und will nochmals unseren Vorteil hervorheben: Wir bieten der Frau fundierte medizinische, psychologische und soziale Themen, die sie wirklich interessieren. Auf gyn!de werden Inhalte auf einem hohen Niveau von den Userinnen diskutiert.

4) Die Monetarisierung von Web 2.0 Diensten ist immer wieder Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Wie wird gyn!de finanziert und gab es dabei Alternativen?

Bei gyn!de steht ganz klar die useraffine Werbung im Vordergrund. Durch die sehr spitze Zielgruppe auf gyn!de, nämlich 100% Frauen, lassen sich höhere TKP`s erreichen als bei sehr breit gestreuten Usern. Anfangs hatten wir zusätzlich an eine Premiummitgliedschaft gedacht, diese Idee haben wir nach der Einnahmenhochrechnung schnell wieder verworfen. Eine weitere Einnahmequelle für gyn!de ist das Revenue-Sharing. Demnächst werden auf gyn!de Onlineshops eingebunden mit Produkten, die zum Thema Frau passen wie bspw. Umstandsmode und Kinderkleidung.

5) Wie sieht Dein Plan für die Zukunft aus? Siehst Du Dich persönlich auch in zehn Jahren noch bei gyn!de und wie wollt ihr euch weiterentwickeln?

gyn!de begleitet mich jetzt schon 12 Jahre. Ich habe damals meinem Vater bei der Entwicklung geholfen und den Webserver administriert. Ich wusste schon vor meinem Studium, dass ich mich nach erfolgreicher Beendigung selbstständig machen will. Die jahrelange Praxiserfahrung unter anderem aus dem gyn!de Projekt gab mir dazu Anlass. Nach meinem Studium bin ich in die Schweiz gezogen und habe dort meine Firma gegründet, die Webentwicklung anbot und das Projekt gyn!de betreute. Im Laufe der Zeit wurde ich Partner der Centralway Management GmbH die aktiv Unternehmensbeteiligungen managed. Ich schlug der Centralway das Projekt gyn!de vor, was sofort auf Begeisterung stieß. So wurde aus dem Projekt gyn!de ein Produkt, welches in die gyn! GmbH eingelegt wurde.

In zehn Jahren sehe ich mich nicht mehr bei gyn!de, obwohl ich mir sicher bin, dass die Plattform gyn!de stets ein Interesse bei Frauen wecken wird, da unsere Thematik Gynäkologie nachhaltig ist und wir von keinem Trend abhängig sind, sei es Mode oder Lifestyle. In der Zukunft möchte ich (wie meine momentane Tätigkeit bei Centralway) Know How Geber im Bereich Technologie und Business Development für Unternehmen sein. Natürlich reizen mich auch noch eigene Projekte…

6) Welche Entscheidung ist Dir besonders schwer gefallen und warum?

Als ich mich während meines Studiums mit den Finanzmärkten auseinander setzte fiel es mir schwer zu entscheiden, welche Aktien oder Optionen ich denn nun kaufen sollte, um mein Studentengehalt etwas aufzubessern, da ich letztendlich keine Ahnung davon hatte und mich nicht auf die Meinungen von anderen verlassen wollte. Das Risiko war mir zu hoch und ich kaufte nichts. So blieb ich lieber bei dem was ich kann, was hinterher auch besser war.

7) Gibt es ein denkbares Szenario, bei dem Du sagen würdest: das war es jetzt mit gyn!de, ich höre auf?

Momentan kann ich mir kein denkbares Szenario vorstellen, dass ich mit gyn!de aufhöre.



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One Response to “Interview mit David Dostal von gyn!de”

  1. neon sagt:

    –Everything is very open and very clear explanation of issues. was truly information. Your website is very useful. Thanks for sharing.

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