Interview Mit Daniel Thomaser von want2do
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Nach einer kleinen kreativen Pause setze ich jetzt die Interview-Serie mit deutschen Startups fort. Einige Interviews sind bereits in der Vorbereitung und andere werden sicher in den nächsten Tagen auf der Web 2.0 Expo in Berlin hinzukommen.
Mein heutiger Gesprächspartner ist der Gründer von want2do, Daniel Thomaser. Er gibt uns interessante Einblicke in die deutsche Startupszene und erklärt das Geschäftsmodell hinter want2do.

1) Was genau ist want2do und wen wollt ihr mit dem Dienst erreichen?
want2do.de ist eine Plattform, die sich um die Träume, Wünsche, Ziele und Vorhaben ihrer Mitglieder dreht. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen, Gleichgesinnte zu finden oder auch einfach nur für die eigene Zukunft inspirieren zu lassen.
2) Deutsche StartUps stehen in dem Ruf wenig innovativ zu sein und sich eher bei erfolgreichen amerikanischen Vorbildern zu bedienen. Welche Innovationen, welchen Mehrwert bietet want2do und mit welchem StartUp seid ihr am ehesten zu vergleichen?
Ich denke, dass der deutsche Internet-Markt einfach dem amerikanischen hinterherhinkt. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Innovationen in den Ländern entstehen, die mindestens einen Zyklus voraus sind.
Zu want2do.de: Was uns ausmacht, ist die spezielle Kombination aus Content, Social Network und Microblogging sowie der extreme Fokus auf die Zukunft. Meines Wissens gibt es keine Seite, die exakt den gleichen Ansatz fährt.
3) Web 2.0-Dienste und Social Networks fehlt es häufig noch an schlüssigen Monetarisierungsmodellen. Welche Geschäftsidee steckt bei euch dahinter, wie wollt ihr Geld verdienen?
Wir haben (bisher) drei ganz klar definierte Geschäftsmodelle:
1. Targeted Advertising/Social Commerce: Bietet sich aufgrund der Struktur der Seite natürlich perfekt an.
2. pro Accounts: Gewerbliche Anbieter können gegen eine monatliche Gebühr ihre Profile aufrüsten und mit besonderen Rechten ausstatten. So können sie zum Beispiel spezielle 2DOs anlegen und so ihre Angebote homogen innerhalb der Community bewerben. Wichtig ist uns dabei immer einen Mehrwert für die Mitglieder zu schaffen.
3. Sponsoring: want2do.de bietet ein sehr positives, inspirierendes Umfeld. Wir bieten Unternehmen die Möglichkeit, alle 2DOs zu einem bestimmten Bereich (bspw. "Gesundheit/Sport") zu branden und ermöglichen dort dann spezielle Aktionen.
Wir glauben fest daran, dass die Monetarisierungsmöglichkeiten im Web bisher kaum ausgeschöpft sind und sich in den nächsten Jahren noch viele kreative Erlösmodelle entwickeln werden.
Klar ist aber, dass mittelfristig unsere CAC (customer acquisition cost) Richtung null Euro gehen muss, um profitabel arbeiten zu können.
4) Wie beurteilst Du die StartUp-Kultur in Deutschland: was ist gut, was ginge besser und was geht gar nicht?
Insgesamt gefällt mir der Kultur hier eigentlich sehr gut. Die Szene ist noch sehr familiär und gerade der Austausch mit anderen Gründern, wie Hubertus Bessau von mymuesli oder Oliver Ueberholz von mixxt, hat uns schon oft weitergebracht. Natürlich könnte etwas mehr "ifyoucandreamityoucandoit-spirit" in diesem Land nie schaden, aber kann ja nicht jedes Jahr Fuflball-WM sein.
Aus Gründersicht wäre es auch wünschenswert, wenn die BA/VC-Szene in Deutschland etwas breiter gestreut wäre, Konkurrenz belebt schließlich auch dort das Geschäft.
5) Bei want2do dreht sich alles um die Zukunft. Welche Pläne hat der Privatmensch Daniel Thomaser und welche 2Dos stehen im Vordergrund?
Wenn man einen Blick in mein Profil wirft, sieht man da aktuell als die drei wichtigsten 2DOs markiert: Eine "want2do-Release-Party schmeißen", "eine neue Wohnung" und "mehr Sport treiben". Nummer 1 und 2 sind bald erledigt, über das dritte reden wird besser erst gar nicht. Etwas globaler gesehen, müssen sich als Gründer natürlich alle Pläne einem 2DO unterordnen: "dass want2do ein Erfolg wird".
6) Wie soll die geplante Funktion "2Do gemeinsam machen" genau aussehen?
Die Funktion gibt es bereits, wir werden sie aber wieder komplett neugestalten. Es funktioniert aktuell ein bisschen wie ein Wiki und das ist dann doch wohl nur etwas für die Nerds. Wir wollen sie deutlich sozialer und übersichtlicher gestalten. Wie sie genau aussehen wird, ehrlich gesagt: Keine Ahnung!
7) Welche 2Dos sollte die StartUp-Szene formulieren, um den StartUp-Standort Deutschland attraktiver zu machen?
Puh, das kommt natürlich darauf an, an wen die 2DOs gerichtet sind. Die Szene selber könnte sich noch vornehmen, selbstbewusster, offener und auch eigenwilliger zu sein – sich also ein klares Profil zulegen. Der Standort Deutschland bietet viele Vorteile, die muss man allerdings auch zeigen.
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